Reverse-Proxy
Tags: Proxy, Reverse-Proxy, Surfen im Internet, VermittlerEin Reverse-Proxy ist im Grunde nichts anderes als ein “normaler” Proxy. Nur eben mit dem kleinen Unterschied, dass der Proxy in die andere Richtung funktioniert, wie der Name schon sagt.
Normalerweise fungiert ein Proxy so, dass er eingehenden Traffic cached. Es gibt also beispielsweise viele Clients in einem Büro, die über einen Proxy eine Website aufrufen. Beim Reverse-Proxy ist es nun genau umgekehrt.
Der Reverse-Proxy steht netzwerktechnisch vor den Webservern. Er cached somit die Inhalte des Webservers, die dieser ausliefern soll. Somit verringert sich die Last auf den Webserver und die Aufrufe für den Client sind schneller.

Reverse Proxy
Als Client vor dem PC zu Hause oder im Büro, kann es somit durchaus vorkommen, dass man gleich über 2 Proxys geht. Der eine in der Firma bzw. vom Provider und der zweite vom Anbieter der Website. Im Normalfall macht es aber für den Client keinen Unterschied, ob vor der ausgelieferten Seite nun ein Proxy steht oder nicht. Mit Ausnahme der Ausliefergeschwindigkeit, sofern beispielsweise das Bild aus dem Cache des Reverse-Proxys kommt.
Natürlich bringt das Cachen des Reverse-Proxys nur etwas bei statischen Inhalten, wie zum Beispiel Bildern oder Videos. Dynamischer Content wie php-Code kann wie der Name schon sagt, nicht gecachet werden, da er dynamisch erstellt wird. Im Normalfall werden somit statische Sachen über einen anderen Server ausgeliefert als die dynamischen Sachen. Und das wiederum setzt voraus, dass man für beide Inhalte (statische und dynamische) eine eigene Subdomain zum Ausliefern der Seite verwendet.
Ein Beispiel hierfür wäre tiere.de. Wenn man beim Laden der Seite genau aufpasst, kann man erkennen, dass Bilder über die subdomain bilder.tiere.de ausgeliefert werden.
Und auch hier gäbe es sogar Potential zur Verbesserung. Manche Browser wie zb der Firefox können mehrere (Sub-)Domains parallel laden. Würde man für das Ausliefern der statische Inhalte somit nicht nur eine Subdomain, sondern gleich 4 verwenden, kann das Laden der Seite wiederum beschleunigt werden.
Zusammengefasst kann man sagen, dass der Reverse-Proxy für Seiteninhaber interessant ist, die das Ausliefern ihrer Seite beschleunigen wollen. Der Reverse-Proxy hat somit nichts mit dem herkömmlichen Proxy (zb Verschleierung der IP-Adresse des Clients) gemeinsam. Außer natürlich, dass sie beide Proxys sind und eigentlich genau gleich funktionieren, nur eben in die andere Richtung und mit einem anderen Aufgabengebiet.
Der bekannteste Proxy ist wohl squid. Es gibt jedoch auch andere wie zum Beispiel nginx oder pound.


